Gutachterkosten

Um nach einem Unfall die genaue Schadenshöhe festzustellen, ist die Erstellung eines Gutachtens in der Regel erforderlich. Die Kosten für das Gutachten werden auch von der Versicherung getragen. Je nach Vereinbarung mit dem Gutachter müssen Sie diesen sofort bezahlen oder er lässt Sie eine Abtretungserklärung unterschreiben. Bei geringen Schäden (ca. ab 1.000,00 €) rate ich eher dazu einen Kostenvoranschlag einer Werkstatt einzureichen. Aufgrund der Schadensminderungspflicht könnte es schwierig werden, die Gutachterkosten von der gegnerischen Versicherung erstattet zu bekommen. Der Kostenvoranschlag sollte kostenfrei sein, da auch die Erstattung der Kosten hierfür nicht

Verdienstausfall

Auch der Verdienstausfall ist grundsätzlich erstattungsfähig. Als angestellter Arbeitnehmer bekommt man allerdings seinen Lohn auch bei Krankschreibung weiter gezahlt. Hier entsteht allenfalls ein kleiner Schaden, sobald es durch die Entgeltfortzahlung zu einer negativen Differenz kommt. Der Hauptschaden entsteht beim Arbeitgeber, der seine Ansprüche gegenüber der gegnerischen Versicherung selbst durchsetzen muß. Wenn Sie selbstständig sind, haben Sie selbstverständlich auch einen Anspruch auf Ersatz Ihres Verdienstausfalls. Problematisch ist hier, dass der Nachweis sehr schwierig zu führen ist. Hier muß ganz konkret nachgewiesen werden, welche Aufträge komplett weggefallen sind und wie viel damit verdient (nicht nur Umsatz, sondern Gewinn) worden wäre.

Arzt-/ Heilbehandlungskosten

Unter Arztkosten und/oder Heilbehandlungskosten sind zum Beispiel Krankentransportkosten, Arztrechnungen, sonstige Heilungskosten, Rentenansprüche wegen Erwerbsminderung usw. zu verstehen. Diese können allerdings nur geltend gemacht werden, sofern sie nicht von einem gesetzlichen Träger (Krankenversicherung, Rentenversicherung) getragen werden. In diesem Fall gehen sämtliche Ansprüche auf diesen über. Nur wenn kein Übergang stattfindet (zum Bsp. keine Versicherung), kann man die Ansprüche selbst geltend machen. Eventuelle Zuzahlungen (Praxisgebühr, Physiotherapie) können jederzeit selbst geltend gemacht werden.

Erwerbsminderung

Tritt durch den Unfall eine derartig schwere Verletzung ein, dass die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist oder sogar dauerhaft verloren geht, so gibt es natürlich einen Anspruch gegen die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners. Hier kommt eine Rente in Betracht, wenn festgestellt ist, wie groß die Einschränkung ist. Die Versicherungen sind oft daran interessiert, eine einmalige Abfindung zu zahlen. Das hat für diese den Vorteil, dass sie den Fall mit fest regulierten Kosten endgültig abwickeln kann. Hier ist immer Vorsicht geboten. Sollten sich einige Zeit nach dem Unfall und nach Unterzeichnung der Abfindungserklärung weitere gesundheitliche Probleme zeigen, dann kann man diese nicht mehr durchsetzen. Bevor Sie eine entsprechende Erklärung unterschreiben, sollten Sie immer einen Anwalt für Verkehrsrecht befragen. Auch eine vermeintlich hohe Summe kann, sofern sie den Rest des Lebens reichen muß, mal viel zu niedrig sein.

Haushaltsführungsschaden

Der so genannte Haushalts- führungsschaden kann geltend gemacht werden, sofern jemand nach einem Unfall nicht mehr in der Lage ist, seinen Haushalt selbst zu führen. Hier kann gegebenenfalls eine Aushilfskraft angestellt werden oder es werden die Kosten hierfür abgerechnet. Springt zum Bsp. der Ehepartner ein und übernimmt den Haushalt für die Zeit der Verletzung komplett, so kann auch hier ein Schaden berechnet werden, den man abrechen kann. Die Berechnung ist kompliziert und aufwendig. Die Abrechnung lohnt daher nur, wenn es sich um einen erheblichen Zeitraum der Verletzung bzw. der erhaltenen Hilfe handelt.

Sterbekosten

Auch die Kosten einer Beerdigung sind eine Schadensposition und müssen von der gegnerischen Versicherung erstattet werden.

Hinterbliebenenrente

Einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente gegen den Unfallgegner kann gegeben sein, sofern die getötete Person unterhaltverpflichtet gewesen ist. Wird also ein Ehemann oder/ und Vater bei einem Verkehrsunfall getötet, so haben die unterhaltsberechtigte Ehefrau bzw. die Kinder einen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente.
Die Höhe richtet sich wie beim sonstigen Unterhalt nach dem Einkommen des Verstorbenen, dem Alter der hinterbliebenen Kinder, den Lebensumständen usw.

Schmerzensgeld nach Verkehrsunfall

Kommt es bei einem Verkehrsunfall zu Verletzungen des Körpers, so wird unter Umständen Schmerzensgeld gezahlt. Die Höhe des Schmerzensgeldes richtet sich nach der Intensität der Verletzung, ob beleibende Schäden eingetreten sind, der Dauer der Krankschreibung usw. Das Problem hierbei ist immer die Feststellung der Angemessenheit. Die Versicherung muß die Schmerzen nicht erleiden und will gern schnell und pauschal abrechnen. Der Verletzte hat vielleicht den Rest seines Lebens Schmerzen und denkt jeden Tag an den unverschuldeten Unfall. Hier eine Einigung zu erreichen dauert oft lange und ist ohne Anwalt kaum vernünftig durchsetzbar.

Schmerzensgeldrente

Die Schmerzensgeldrente ist eher die Ausnahme. Sie kann unter Umständen ausgehandelt werden, wenn die Unfallfolgen erheblich sind und die Schmerzen und Beeinträchtigungen von langer Dauer, womöglich für immer vorliegen.
Das „normale“ Schmerzensgeld ist eine Einmalzahlung, die die körperlichen und gff. seelischen Schmerzen abgelten soll.

Nutzungsausfall

Der Nutzungsausfall bzw. die entgangene Nutzung stellt nicht nur bei Kraftfahrzeugen, sondern auch bei anderen Sachen unter bestimmten engen Voraussetzungen einen Schaden dar, der ersatzfähig ist. Dazu muß es sich um eine Sache handeln, welche von allgemeiner und zentraler Bedeutung für die Lebenshaltung ist, d.h. auf dessen ständige Verfügbarkeit man typischerweise angewiesen ist. Das ist bei Kraftfahrzeugen mittlerweile unstreitig der Fall. Kann also der Eigentümer sein Fahrzeug wegen eines Unfalls zeitweise nicht nutzen, so steht ihm eine Entschädigung zu (alternativ zum Mietwagen). Diese Entschädigung wird i. d. R. für die Reparatur- oder Wiederbeschaffungsdauer des geschädigten Fahrzeuges gezahlt. Die Höhe richtet sich nach verschiedenen Tabellen, in denen alle gängigen Fahrzeuge erfasst sind (zum Bsp. Sanden/Danner-Tabelle). Für gewerbliche Fahrzeuge wird in der Regel kein Nutzungsausfall gezahlt.

Mietwagen

Alternativ zum Nutzungsausfall steht Ihnen nach einem unverschuldeten Unfall auch ein Mietwagen zu. Hierbei müssen Sie unbedingt darauf achten, dass Sie die Kosten vergleichen. Die gegnerische Versicherung erstattet die Mietwagenkosten nur bis zu einer bestimmten Höhe. Weiterhin müssen Sie darauf achten, dass der Mietwagen eine Klasse kleiner als Ihr eigenes Fahrzeug sein muss. Wenn Sie also beispielsweise einen Golf fahren, dürften Sie einen Polo mieten. Das hängt mit den ersparten Aufwendungen zusammen, da Ihr Fahrzeug in der Mietwagenzeit nicht genutzt/ abgenutzt wird. Zum Mietwagen beim Haftpflichtschaden gibt es sehr umfangreiche Rechtssprechung, da es hier zwischen der Versicherung und dem Geschädigten oft zum Streit kommt. (Daher nicht vergessen: Erst einen Anwalt für Verkehrsrecht fragen!!).